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IKE erforschen

Immaterielles Kulturerbe, das sind Bräuche und Feste, Künste und Handwerkstechniken, das sind Wissen und Können, die von Gemeinschaften und Gruppen von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Dieses Kulturerbe ist vor allem im Moment des Handelns sichtbar, etwa bei der Ausübung eines Brauches, dem Vorführen eines Musikstücks oder Schauspiels oder bei der handwerklichen Arbeit an einem Werkstück. Außerhalb des unmittelbaren Tuns ist es nur mittels Repräsentationen und Aufzeichnungen wahrnehmbar und erfahrbar: Fotos, Filme, Tonaufnahmen oder Erzählungen, ebenso die Requisiten und Werkzeuge. Und im Falle der traditionellen Handwerkstechniken auch im Werkstück, das die Spuren seiner Entstehung in sich trägt.

Am eindrücklichsten ist immaterielles Kulturerbe, wenn es von Menschen ausgeübt und dadurch zum Leben erweckt wird. Gerade Emotionalität und Sinnlichkeit müssen am besten unmittelbar erlebt werden. Aber auch zwischen den Auf- und Ausführungen bleibt das Erbe präsent und vermittelt den Menschen ein Gefühl von Kontinuität und Identität. Deshalb ist es wichtig, dass die kulturellen Ausdrucksformen dokumentiert und vermittelt werden, sei es zur Erinnerung, zur Selbstdarstellung, zur Weitergabe oder zur Forschung. So können Details und Zusammenhänge deutlich werden, die sonst untergehen. Auch Veränderungen und Weiterentwicklungen lassen sich im Vergleich dadurch besser erkennen. Ebenso kann gemeinsam an dokumentierte Geschehnisse und Erlebnisse erinnert und die nächste Aufführung und Umsetzung vorbereitet und diskutiert werden.

Die Dokumentation erlaubt es aber auch, die kulturelle Vielfalt und Vielschichtigkeit des immateriellen Kulturerbes sichtbar zu machen. Und dies ist ein zentrales Element des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes.

Tag des Immateriellen Kulturerbes in Bad Windsheim