Immaterielles Kulturerbe – kurz IKE – das sind lebendige Traditio­nen, die einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und Kontinuität vermitteln, wie beispielsweise Tanz, Theater, Musik, Bräuche, Feste, überliefertes Wissen und traditionelle Handwerkstechniken. Diese kulturellen Ausdrucksformen werden entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen und zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und dabei in Auseinandersetzung mit der Umgebung – also etwa Natur bzw. Gesellschaft – fortwährend neu gestaltet.

Seit dem Jahr 2003 stellt die UNESCO im Rahmen des „Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes“ kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit – darunter den spanischen Flamenco, die japanische Puppentheatertradition oder die iranische Teppich-Knüpfkunst. Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können, die einen wesentlichen Bestandteil unserer Alltagskulturen ausmachen, als immaterielles Kulturerbe sichtbar gemacht sowie Maßnahmen unterstützt werden, die zur Erhaltung und Weiterentwicklung geeignet sind. Die Bundesrepublik Deutschland ist dem UNESCO-Übereinkommen im Jahr 2013 beigetreten. Neben dem Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gibt es in Bayern ein eigenes Bayerisches Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

 


Aktuelle Meldungen

  • 28.12.2020

    Bayern unterstützt Vereine der Heimat- und Brauchtumspflege in Corona-Pandemie

    Bis zu 2.000 Euro pro Verein als Ausgleich entstandener Nachteile aus coronabedingten Einnahmeausfällen

    Die Corona-Pandemie hat die Aktivitäten von Vereinen der Heimat- und Brauchtumspflege in vielerlei Hinsicht eingeschränkt: Aufgrund des coronabedingten Wegfalls insbesondere von Festen und Veranstaltungen fehlt vielen Vereinen ein wichtiger Teil ihrer Einnahmen, die für die Finanzierung des Vereinsbetriebs nötig sind. Die Bayerische Staatsregierung hat daher beschlossen, mit dem Hilfsprogramm für Vereine der Heimat- und Brauchtumspflege (einschließlich Faschingsvereine) einen einmaligen Ausgleich entstandener Nachteile in Höhe von 50% der coronabedingten Nettoeinnahmeausfälle aus Veranstaltungen, Festen und vergleichbaren Aktivitäten (bis zu 2.000 Euro pro Verein) zu gewähren, soweit keine anderweitigen Hilfsmöglichkeiten bestehen. Der Freistaat will dadurch sicherstellen, dass auch in Zukunft aktiv die Vielfalt an Traditionen und Bräuchen in Bayern erhalten, weiterentwickelt und an die nächste Generation weitergegeben werden können. Insbesondere gilt es, die im Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragenen Kulturformen zu erhalten. Für das Hilfsprogramm stehen insgesamt 5 Millionen Euro zur Verfügung.

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  • 19.12.2020

    Neuaufnahmen in die weltweiten UNESCO-Listen 2020

    Vom 14. bis 19. Dezember 2020 fand die 15. Sitzung des Zwischenstaatlichen UNESCO-Ausschusses für Immaterielles Kulturerbe statt – aufgrund der Pandemie zum ersten Mal online. Der Ausschuss hat unter anderem über die Neuaufnahmen in die internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes beraten. In diesem Jahr wurden insgesamt 35 lebendige Traditionen, also z. B. Darstellungskünste und traditionelle Handwerkstechniken, neu eingetragen. Künftig erweitern damit 29 kulturelle Ausdrucksformen die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit und drei kamen zur Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes hinzu. Zudem wächst das Register Guter Praxisbeispiele um drei kulturelle Ausdrucksformen, darunter das Dombauhüttenwesen, das unter Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit neuester Technik für den Erhalt von Großbauten sorgt. Die erfolgreiche Bewerbung hatte Deutschland gemeinsam mit Österreich, Frankreich, der Schweiz und Norwegen auf den Weg gebracht.

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