FÜRACKER: ZWEI NEUAUFNAHMEN IN DAS BAYERISCHE LANDESVERZEICHNIS DES IMMATERIELLEN KULTURERBES - Verehrungspraktiken der hl. Walburga in Eichstätt // Erhaltung und Vermittlung des Fassbinderhandwerks in Tirschenreuth

„Immaterielles Kulturerbe stiftet Identität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt! Dieser vielfältige Schatz wird von engagierten Bürgerinnen und Bürgern bewahrt, weitergegeben und dabei immer auch geprägt von Veränderung und Neuinterpretation. So bleiben die Traditionen lebendig und überdauern auch schwierige Zeiten“, betont Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. „Unsere kulturellen Schätze wie Bräuche, Feste, Musik, Naturwissen und traditionelle Handwerkstechniken sind wichtiger Bestandteil unserer Heimat. Die Pflege und der Erhalt der Traditionen genießen in Bayern einen sehr hohen Stellenwert. Das Bayerische Landesverzeichnis wird nun wieder um eine Kulturform und ein gutes Praxisbeispiel erweitert - die Verehrungspraktiken der hl. Walburga in Eichstätt und die Erhaltung und Vermittlung des Fassbinderhandwerks in Tirschenreuth“, teilt Füracker mit.

Verehrungspraktiken der hl. Walburga in Eichstätt:
Betreut durch die Benediktinerinnen der Abtei St. Walburg hat sich das Grab der hl. Walburga († 779) in Eichstätt zu einem weltweiten Zentrum der Walburga-Verehrung entwickelt. Diese umfasst verschiedene Praktiken, die vom Besuch des Gnadenortes (Wallfahrt) über Seelsorge, den Gebrauch des von den Nonnen ausgeteilten „Walburgisöls“ und Votivgaben bis hin zu Führungen und Forschungsarbeiten reichen. Unabhängig von Glaubensrichtungen spiegeln sich in den unterschiedlichsten Anliegen der Hilfesuchenden religiöse und profane Vorstellungen von Heilung und von „Heiligen Orten“ wider.

Erhaltung und Vermittlung des Fassbinderhandwerks in Tirschenreuth (Gutes Praxisbeispiel):
Ziel des Arbeitskreises Historisches Handwerk ist die Bewahrung und Vermittlung von Wissen und Können des Fassbinderhandwerks. Den Ausgangspunkt bildet dabei die Ausstattung der ehemaligen Fassbinderei Mikisch in Tirschenreuth, die gesichert werden konnte und funktionstüchtig erhalten wird. Handwerklich Versierte sind ebenso wie Laien zur Mitarbeit oder zum Besuch eingeladen. Der Arbeitskreis trägt in vorbildlicher Weise zur Erhaltung traditioneller Handwerkstechniken bei, zudem wird hierbei Geschichte in einem regionalen Rahmen erfahrbar.

Seit 2003 stellt die UNESCO immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit. Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können, die einen wesentlichen Bestandteil unserer Alltagskulturen ausmachen, als immaterielles Kulturerbe sichtbar gemacht sowie Maßnahmen unterstützt werden, die zur Erhaltung und Weiterentwicklung geeignet sind. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat. Neben dem Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gibt es in Bayern ein eigenes Landesverzeichnis, das nun 56 Eintragungen enthält. „Das Bayerische Landesverzeichnis soll das öffentliche Bewusstsein für dieses bedeutsame Erbe stärken und die kulturelle Vielfalt in Bayern sichtbar machen.“, betont Füracker.

Die nächste Bewerbungsrunde startet am 1. April. Informationen zum bundesweit einheitlichen Bewerbungsverfahren finden sich im Internet unter www.ike.bayern.de. Interessierte und Antragsteller können sich bei der Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern informieren und beraten lassen (ike@volks-kunde.badw.de, Tel.: 089 5155-6144).

 

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat
Pressemitteilung Nr. 028/21 vom 3. März 2021